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Nach Kapitalbetrag

Was sind die rentabelsten festverzinslichen Anlagen in der Schweiz?

Stellen Sie sich vor, Sie tätigen eine Investition, die Ihnen jedes Quartal eine feste Auszahlung garantiert. Dies ist passives Einkommen in seiner schönsten Form. Zum Glück gibt es eine Anlageklasse, die genau das tut: festverzinsliche Anlagen.

Was ist ein festverzinslicher Vermögenswert?

Wie der Name verrät, handelt es sich um einen Vermögenswert, der in regelmäßigen Abständen einen festgelegten Einkommensbetrag generiert. Als Erstes fällt einem dabei die Bankeinlage ein: Sie zahlen einen bestimmten Betrag für einen festgelegten Zeitraum zu einem vereinbarten Zinssatz ein. Die Bank schreibt dann jeden Monat die entsprechenden Zinsen gut.

Allgemeiner ausgedrückt beziehen sich festverzinsliche Anlagen in der Regel auf Schuldtitel (d.h. Investorenkapital) und nicht auf Eigenkapital (bei dem ein Investor Kapital gegen Eigentum eintauscht). Anleger werden Gläubiger des Unternehmens, in das sie investieren. Im Gegenzug werden sie durch regelmäßige Kupon-/Zinszahlungen zu einem vereinbarten Satz kompensiert.

Nachfolgend finden Sie eine Liste der gängigen festverzinslichen Vermögenswerte:

Festverzinsliche Anlageformen Beschreibung
Bankeinlage Sparer leihen den Banken Geld (Einlage) und erhalten Zinszahlungen. Das Kapital ist in der Regel bis zu einem bestimmten Betrag (in der Schweiz 100.000 Franken) geschützt, der durch staatlich abgesicherte Versicherungen garantiert wird.
Staatsanleihen

Investoren verleihen Geld an eine andere Einrichtung (seien es nationale Regierungen, kommunale Regierungen oder eine Kapitalgesellschaft) als Gegenleistung für die Zahlung von Kupons.

Kommunalanleihe
Unternehmensanleihen
Immobilienanleihen Investoren verleihen Geld an eine Kapitalgesellschaft, die Immobilien besitzt, als Gegenleistung für die Zahlung von Kupons. Das Darlehen ist häufig gegen das zugrunde liegende Vermögen (das als Sicherheit dient) besichert.
Mini-Anleihen Investoren verleihen Geld an KMU (kleine und mittlere Unternehmen) gegen Kuponzahlungen. Diese sind ähnlich wie Unternehmensanleihen, jedoch sind die betreffenden Schuldner generell kleiner und das Risiko für den Anleger ist tendenziell höher. Die Verzinsung ist in der Regel deutlich höher als bei Unternehmensanleihen.

Warum sollte man in festverzinsliche Vermögenswerte investieren?

Die meisten Anleger investieren einen erheblichen Teil ihres Portfolios in festverzinsliche Vermögenswerte, insbesondere Rentner und Personen, die kurz vor dem Rentenalter stehen. Es gibt drei Hauptgründe für einen solchen Schritt:

1. Regelmäßiges Einkommen – Anleger erhalten in regelmäßigen Abständen ein festes Einkommen (daher der Name!)

2. Geringere Kapitalvolatilität – Als festverzinslicher Anleger sind Sie ein Gläubiger des Unternehmens (und nicht dessen Eigentümer). Infolgedessen werden Sie im Falle einer Insolvenz Ihr Kapital vor den Aktionären zurückerhalten (obwohl dies, wie wir später sehen werden, trügerisch sein kann).

3. Verbriefung und Diversifizierung – festverzinsliche Vermögenswerte können wie Aktien verbrieft und gehandelt werden, um Liquidität zu erlangen und die Diversifizierung zu verbessern (durch geringere Transaktionskosten).

Wie wählt man rentable festverzinslichen Anlagen aus?

Wie bei allen anderen Anlagen ist der Kern eines profitablen festverzinslichen Vermögenswerts das Gleichgewicht zwischen dem eingegangenen Risiko und dem daraus resultierenden Ertrag (Risiko-Ertragsprofil).

Es gibt zwei grundsätzliche Möglichkeiten, aus festverzinslichen Anlagen Rendite zu erzielen:

  • Rendite: der gemäß den Bedingungen des Vermögenswerts festgelegte Kupon/Zins.
  • Kapitalpreisbewegung: Wenn sich der zugrunde liegende Nennwert des Vermögenswerts vom ursprünglichen Ausgabewert ändert. Dies ist nur bei öffentlich gehandelten Anleihen der Fall.

Gleichermaßen sind mit diesen Vermögenswerten verschiedene intrinsische und extrinsische Risiken verbunden:

  • Kreditrisiko: Wenn der Emittent in Zahlungsverzug gerät und keine Zinsen und/oder kein Kapital auszahlt.
  • Preisrisiko: Wenn der Verkaufspreis der Anlage niedriger ist als der Kaufpreis.
  • Zinsrisiko: Wenn ein Anstieg des Leitzinses der Zentralbank das Wertpapier zu einer weniger attraktiven Anlagemöglichkeit macht und dessen Preis senkt.
  • Inflationsrisiko: Wenn die Inflationsrate über der Kuponrate liegt, sinkt die Kaufkraft des Kapitals.
  • Liquiditätsrisiko: Wie leicht ein Vermögenswert verkauft und in Bargeld umgewandelt werden kann.

Der Schlüssel ist daher sicherzustellen, dass Sie für ein bestimmtes Maß an Risiko, das Sie eingehen, die Rendite maximieren.

Ein Blick auf die rentabelsten festverzinslichen Anlagen der Schweiz von heute

Die gängigsten festverzinslichen Vermögenswerte, die Privatanlegern derzeit zur Verfügung stehen, sind:

  • Staatsanleihen
  • Unternehmensanleihen
  • Immobilienanleihen
  • Mini-Anleihen

Jede Anlage weist unterschiedliche Merkmale auf und das Verständnis ihres Risiko-Ertragsprofils ist entscheidend für die Entscheidung, wie sie im Portfolio eingesetzt werden soll.

Anlage Staatsanleihen Unternehmensanleihen Immobilienanleihen Mini-Anleihen
Beschreibung Schuldtitel, die von lokalen/nationalen Regierungen ausgegeben wurden, um ihre Ausgaben zu finanzieren. Schuldtitel von Unternehmen (in der Regel große und öffentliche Unternehmen) zur Finanzierung ihrer Geschäftstätigkeit und ihres Wachstums. Schuldtitel, die von einer Zweckgesellschaft (in der Regel einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung) zur Finanzierung des Erwerbs von Immobilien ausgegeben werden. Schuldtitel, die von kleinen privaten Unternehmen (oder sogar Einzelpersonen) zur Finanzierung ihrer Geschäftstätigkeit und ihres Wachstums ausgegeben werden.
Rendite Normalerweise zwischen 0,5 und 2% für Staatsanleihen und Schatzwechsel, -0,3% für Schweizer Staatsanleihen 2-4% für Investment-Grade-Anleihen 3-7% 8%+
Vermögenszuwachs Für Länder mit AAA-Rating auf 1-2% pro Jahr begrenzt. Null, wenn bei Emission gekauft und bis zur Endfälligkeit gehalten. 2-3% pro Jahr. Null, wenn bei Emission gekauft und bis zur Endfälligkeit gehalten. Nicht öffentlich gehandelt. Volle Rückzahlung, wenn bis zur Endfälligkeit gehalten. Nicht öffentlich gehandelt. Volle Rückzahlung, wenn bis zur Endfälligkeit gehalten.
Kreditrisiko Niedrig – Im Falle eines Ausfalls können Regierungen einfach mehr Geld drucken. Mittel – Ein Ausfall kann vorkommen und Anleihegläubiger müssen langwierige rechtliche Prozesse durchlaufen, um Vermögenswerte (falls vorhanden) zu liquidieren und Verluste auszugleichen. Niedrig – Verzinsliche Wertpapiere sind gegen das Vermögen gesichert, das (im Vergleich zu Unternehmensanleihen) relativ schnell liquidiert werden kann. Hoch – Ein Ausfall wird einen ähnlichen Prozess durchlaufen wie Unternehmensanleihen. Diese Unternehmen sind jedoch tendenziell kleiner und weniger stabil.
Preisrisiko Geringe bis mittel – kurzfristige Schwankungen sind unvermeidlich. Niedrig bis hoch – abhängig von der Handelsleistung des jeweiligen Unternehmens. Keines, das Instrument wird nicht öffentlich gehandelt. Keines, das Instrument wird nicht öffentlich gehandelt
Zinsrisiko Hoch – jede Zinserhöhung dämpft den Nennwert. Hoch – jede Zinserhöhung dämpft den Nennwert. Keines, das Instrument wird nicht öffentlich gehandelt Keines, das Instrument wird nicht öffentlich gehandelt
Inflationsrisiko Hoch – wegen der geringen Rendite. Mittel bis hoch Niedrig – da die Rendite über dem historischen Durchschnitts-VPI liegt. Niedrig – da die Rendite über dem historischen Durchschnitts-VPI liegt.
Liquiditätsrisiko Niedrig – Die Staatsanleihe ist dynamisch und hoch liquide. Niedrig – es sei denn, ein Unternehmen steckt in finanziellen Schwierigkeiten. High – das Instrument wird nicht öffentlich gehandelt. High – das Instrument wird nicht öffentlich gehandelt.
Beispiele 10-jährige CH-Staatsanleihen Novartis-Anleihen Le Bijou-Immobilienanleihen (bestimmte Emissionen) UK Renewable Energy Bonds

Aus dem obigen Vergleich geht hervor, dass wir an einem Ende des Risiko-Ertrags-Spektrums Staatsanleihen haben, die extrem stabil sind, allerdings Renditen unter der Inflation erzielen. Auf der anderen Seite haben wir von KMU ausgegebene Minibonds, die eine überlegene Rendite erzielen, wobei Anleger jedoch ihr Kapital möglicherweise nicht zurückerhalten!

Unternehmens- und Immobilienanleihen finden sich irgendwo in der Mitte der beiden Extreme. Beide weisen ein ähnliches Gesamtrenditeprofil auf (5-6% pro Jahr). Die Frage lautet also Liquidität versus Kreditrisiko:

  • Unternehmensanleihen sind hochliquide Instrumente und können problemlos außerbörslich verkauft werden. Um das Kreditrisiko einschätzen zu können, müssen Anleger jedoch die zugrunde liegende Performance des Geschäfts verstehen. Wenn ein Ausfall eintritt, kann der Prozess der Kapitalrückgewinnung langwierig, beschwerlich und ungewiss sein.
  • Immobilienanleihen sind hochilliquide Instrumente (da sie nicht öffentlich gehandelt werden) und müssen bis zur Fälligkeit gehalten werden. Ihr Hauptrisiko liegt jedoch in der Bewertungsentwicklung der spezifischen Immobilie, gegen die sie besichert sind, was leichter zu verstehen ist. Ebenso können Anleihegläubiger bei Eintritt eines Ausfalls die Immobilie einfach verkaufen und eine Entschädigung erhalten, was einfacher und schneller ist als eine Umschuldung von Unternehmen.

Zusammenfassung

Es ist offensichtlich, dass es eine breite Palette von festverzinslichen Anlagemöglichkeiten mit unterschiedlichen Anlageeigenschaften gibt. Unternehmens- und Immobilienanleihen sind die rentabelsten Anlagen. Der wesentliche Unterschied zwischen ihnen liegt in der Debatte zwischen Liquiditätsrisiko und Liquidationsrisiko. Insgesamt tendieren Immobilienanleihen langfristig zu höheren Renditen und bieten einen besseren Schutz vor Zahlungsausfällen. Allerdings muss man die geringere Liquidität in Kauf nehmen, die dieser Anlage innewohnt.

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